Der Pilger von Hermann Hesse

Der TV-Krimi am 25.4.2020 „Die Toten am Meer“ behandelte im Hintergrund ein Gedicht von Hermann Hesse „Der Pilger“. Ich fand das Gedicht äußerst bemerkenswert und gebe es meinen geschätzten Leserinnen und Lesern hier gern zum Nachdenken weiter.

Immer war ich auf der Fahrt,
Immer Pilgersmann,

Wenig hab ich mir bewahrt,
Glück und Weh zerrann.

Unbekannt war Sinn und Ziel
Meiner Wanderschaft,
Tausend Male, dass ich fiel,
Neu mich aufgerafft!

Ach, es war der Liebe Stern,
Den ich suchen ging,
Der so heilig und so fern
In den Höhen hing.

Eh das Ziel mir war bewußt,
Wanderte ich leicht,
Habe manche Höhenlust,
Manches Glück erreicht.

Nun ich kaum den Stern erkannt,
Ist es schon zu spät
Hat er schon sich abgewandt,
Morgenschauer weht.

Abschied nimmt die bunte Welt,
Die so lieb mir ward.
Hab ich auch das Ziel verfehlt,
Kühn war doch die Fahrt.


Hier das Gedicht auf YouTube